Chile: Nationale Energiekommission legt Fahrplan für Stromerzeugungsprojekte bis 2029 vor

Projektplan setzt vor allem auf nicht konventionelle erneuerbare Energien

Das von der staatlichen Energiekommission (Comisión Nacional de Energía - CNE) erarbeitete Programm für die Stromerzeugung der nächsten  15 Jahre sieht vor, dass Energieprojekte mit einer Gesamtleistung von 4.629 Megawatt Elektrizität in das zentrale Verbundnetz (Sistema Interconectado Central - SIC) einspeisen sollen. Das SIC ist das mit Abstand größte der insgesamt vier Verbundnetze in Chile und erstreckt sich von Taltal bis Chiloé; etwa 93 % der Bevölkerung werden durch dieses Netz mit Strom versorgt.

Der Energieplan setzt insbesondere auf nicht-konventionelle erneuerbare Energien, fossile Brennstoffe für die Stromerzeugung sollen künftig eine untergeordnete Rolle spielen: so sieht der Plan nur drei Wärmekraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 885 Megawatt vor – unter anderem die Projekte Punta Alcalde (Endesa) sowie Santa María II (Colbún). Hingegen sollen 77 % der zusätzlich angepeilten 4.629 MW an Stromleistung mittels Kleinwasserkraftwerken (insbesondere Flusskraftwerken), Windenergie, Fotovoltaik, Erdwärme sowie Biomasse generiert werden, wobei Solarenergie die bedeutendste Rolle zukommen soll.

Megawasserkraftprojekte zur Stromerzeugung (wie etwa das im Juni 2014 gestoppe Projekt HidroAysén) sind im Plan der Energiekommission nicht vorgesehen. Stattdessen sollen bis 2029 sechs Flusskraftwerke in Betrieb gehen, fünf davon mit einer Energieerzeugungskapazität von jeweils 20 MW, lediglich eines mit 60 MW.

Der Energieplan übertrifft die Vorgaben des Gesetzes zur Förderung nicht-konventioneller erneuerbare Energien (Ley de Impulso a las Energías Renovables No Convencionales, Ley 20/25), welches einen 50-prozentigen Anteil an der Stromerzeugungskapazität vorsieht.

Quelle: Wirtschaftskammer Österreich